US-Gewerbeimmobilienmarkt: Strategisches Re-Engagement in der Erholungsphase
US-MARKT
Der US-Markt für Gewerbeimmobilien zeigt spürbare Anzeichen einer Stabilisierung. Die jüngsten Zahlen zur Kreditvergabe und zum Transaktionsgeschehen deuten auf eine selektive Markterholung hin – getragen von refinanzierungsstarken Assets, internationalem Anlegerinteresse und wieder anziehenden Nutzermärkten.
Fundamentaldaten bestätigen Trendwende
Im zweiten Quartal 2025 stieg das Volumen von Gewerbe- und Wohnkrediten in den USA um 66 % gegenüber dem Vorjahr – der stärkste Zuwachs seit 2021. Besonders ausgeprägt war das Wachstum im Bürosegment (+140 %) sowie bei Industrieimmobilien und Gesundheitsobjekten. Gleichzeitig erreichten verbriefte Bürohypotheken ein Volumen von 11 Mrd. US-Dollar, ein Drei-Jahreshoch. Diese Zahlen unterstreichen das wachsende Vertrauen institutioneller Marktteilnehmer in die langfristige Tragfähigkeit ausgewählter Segmente.
Kapital fokussiert sich auf resiliente Teilmärkte
Während strukturell belastete Innenstadtlagen mit hoher Leerstandsquote weiterhin herausfordernd bleiben, richtet sich institutionelles Kapital zunehmend auf hochwertige Objekte in lebendigen, wachstumsstarken Metropolregionen. Positive Beispiele wie Manhattan – mit einer Leerstandsrate von nur 6,7 % in ESG-konformen Class-A-Flächen – oder San Francisco, das durch die Ansiedlung technologiegetriebener Nutzer neue Nachfrageimpulse erhält, zeigen: Qualität, Lage und Nutzerprofil sind entscheidend für die Investitionsentscheidung.
Neue Allokationsstrategien für institutionelle Investoren
Die beobachtete Reaktivierung des Marktes erfolgt nicht flächendeckend, sondern entlang klarer Differenzierungslinien. Investoren bevorzugen aktuell:
- Multifamily- und Industrieimmobilien mit strukturellem Nachfrageüberhang,
- Core-/Core+ Büros in Primärlagen mit ESG-Profil und langfristiger Mieternachfrage,
- Refinanzierungsfähige Bestände mit stabilen Cashflows.
Fazit: Selektive Erholung schafft Chancen für antizyklisches Kapital
Der US-Gewerbeimmobilienmarkt verlässt die Talsohle – jedoch differenziert nach Nutzung, Standort und Qualität. Institutionelle Investoren, die frühzeitig agieren, sich auf resilient positionierte Teilsegmente fokussieren und über lokales Marktverständnis verfügen, können in diesem Umfeld attraktive risikoadjustierte Renditen erzielen.
Quellen: MBA, Altus Group, CBRE, WSJ, NY Post (2025).
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